Premiere der neuen Computeranimation von Matthias Danberg

Am Samstag den 11. Juni ab 18:00 Uhr präsentiert der Bochumer Künstler Matthias Danberg seinen neueste Computeranimation in der Kölner Galerie Ampersand.

Entgegen einer naiven Kritik des Digitalen, die einen Widerspruch zwischen „real“ und „virtuell“, also eines wirkenden, aber nicht existierenden Zustandes, aufbauen möchte, könnte man auch davon reden, dass die Virtualisierung der Welt, wie wir sie in den letzten Jahren mit zunehmenden Maße spüren, enttäuscht, wie es bisher nur die kopernikanische Wende geschafft hat. Wie Kopernikus den Menschen aus dem Mittelpunkt des Universums verbannte, so verbannt die Virtualität den Menschen aus seiner Welt. Und damit liegt die Idee des Genius Malignus, des bösen Geistes Descartes, der uns glauben macht, wir hätten Sinnesorgane, mit denen man die Außenwelt so wie sie ist wahrnehmen könnte, auf dem Tisch und mit ihr der Beginn des Skeptizismus bezüglich Wissen und Wahrnehmung insgesamt. Mit der Virtualisierung hat der Genius Malignus eine Form gewonnen, die uns symbolisch jeden Tag an die Grenzen der Authentizität führt.
Dieser Authentizität spüren auch Künstler nach, wenn sie, um mit Courbet zu sprechen, die „Sitten, die Ideen, den Anblick unserer Epoche“ in ihre Arbeiten zu pressen versuchen. Und schaut man sich dieses Treiben an, ist wiederum das Bild des Seismographen nicht weit. Der Idee nach soll der Seismograph die Bewegungen der Welt durch Differenzen zu fein gelagerten Massen messen und in eine Form bringen, die uns das Gemessene verständlich machen soll. Vor rund 1600 Jahren brauchte es im alten China dafür ein prinzipiell gleichen Apparat, der sich allerdings nicht durch zitterige Linien oder digitale Zahlen präsentierte, sondern durch Drachen, die Kugeln spuckten und Frösche, die diese Kugeln fraßen und Lieder darüber sangen.
Man umgibt sich also mit den Spuren von Erschütterungen, von deren Existenz man mit endgültiger Sicherheit nicht überzeugt sein kann, aber mit ein wenig Abstand bekommt man einige Bilder zur Hand, die uns helfen, jede Frage zu stellen, jedes Bild zu formen, jedes Objekt zu bauen, jede Geschichte zu erzählen.

 

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U-Bahnstation Schauspielhaus verwandelt sich zum Projektionsraum

 

Der Kölner Christoph Böll zog 1970 nach Bochum und begann ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum. Mit dem Eintritt in den Studienkreis Film der RUB wuchs das Interesse an praktischer Filmarbeit und wurde zum zentralen Schaffen seines Lebens. Während seiner Zeit an der RUB entstanden bereits 25-Super-8-Film-Produktionen, die auf internationalen Filmfestivals in New York, Paris, Köln und Bochum liefen. Nach diversen Kinoproduktionen, wie „Der Sprinter“ (1984) und „Sisi und der Kaiserkuss“ (1990) begab sich Böll bald in den Dokumentarfilmbereich, wo er sich neben einigen filmischen Porträts über den Kunsthistoriker Max Imdahl, den Künstler Hänner Schlieker und die Künstlerin Milein Cosman, zunehmend auch mit experimentellen Darstellungen von z. B. Industriearchitektur und „der Ästhetik des Sinnvollen“ auseinandersetzte. Der Abriss einer Kirche interessiert Christoph Böll ebenso wie das Gespräch mit einem Gärtner.
Vom 3. Juni bis zum 21. Juni  verwandelt Christoph Bölls die U-Bahnstation Schauspielhaus  in einen Projektionsraum und zeigt täglich in einem 24-stündigen Loop eine Auswahl seiner jüngeren Filme.

 

 

 

Kemnade II (70 Jahre bkb)

Ein Projekt des bochumerkünstlerbundes.

Kemnade II Blattschuss

Malerei, Skulptur

Ausstellende:

Bettina Bülow-Böll
Tatjana Caneiro dos Reis
Bernd Figgemeier
Uta Hoffmann
Irmgard Maurer
Gabi Moll
Ulli Ostgathe
Angela Schilling
Gabriele Schmitz-Reum

 

Vernissage:
Sonntag
, den 05. Juni 2016 15:00 Uhr

Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen

 

Ausstellungsdauer:
5.  bis So., 26. Juni 2016.

Künstlerbegegnung:
Samstag, 18. Juni 2016 um 15 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 12-18

Abriss verhindern!

Bürger für den Erhalt des Lothringen-Verwaltungsgebäudes in Bochum-Gerthe

-Der Abriss des historischen Verwaltungsgebäudes der Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe droht wegen der beabsichtigten Verlagerung und Vergrößerung eines Supermarktes! Die „Initiativgemeinschaft Lothringen – Bürger für den Erhalt des Verwaltungsgebäudes“ steht für die Erhaltung der Industriekultur und eine sinnvolle, wirtschaftlich tragfähige Umnutzung dieses geschichtsträchtigen Gebäudes.

Begründung:

Der Abriss des historischen Verwaltungsgebäudes der Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe droht! Mit so einem Kahlschlag ginge ein bedeutendes Stück Bochumer Industriekultur und Gerther Stadtbild, ebenso wie der Ensemble-Charakter des noch erhaltenen Gebäudekomplexes Kulturmagazin / Kulturwerk verloren. Mit dem klassischen rot-gelben Ziegelmauerwerk und den stilvollen Bogenfenstern steht es klar im Bezug zur ehemaligen Zeche Lothringen (Schacht I/II und IV). Sowohl auf der Internetseite der Stadt Bochum als auch bei der Route der Industriekultur wird der gesamte Gebäudekomplex als Sehenswürdigkeit im Ruhrgebiet empfohlen.

Kontakt: www.openpetition.de/

Bochumer Künstler Matthias Danberg zeigt Video auf Get FED ART fair

Koningsdag een beetje overleefd?

Tijd voor een wat internationaler gevoel! En wat voor een: We kijken nu al uit naar het werk van de Duitse kunstenaar Matthias Danberg op Get FED ART fair!

„The work of Matthias Danberg, that is created in seclusion at the computer over months and sometimes years, varies between cinematic short stories, philosophical essays and animated sculpture and leads into allegorically charged scenarios in which art and contemporary history are interwoven with different narrative structures.“
http://www.getfedartfair.nl/nieuws/matthias-danberg/
http://www.matthias-danberg.com/

 

Collection Martin präsentiert Video von Matthias Danberg

Sammlung Martin (sammlung-martin.de): Wir freuen uns, ein weitere, eigenständige Videoarbeit auf unserem Vimeo-Kanal präsentieren zu können. „Order – Chapter 2“ ist, wie der Name bereits sagt, der zweite Teil einer dreiteiligen Serie von digital erstellten Videos des Düsseldorfer Künstlers Matthias Danberg, die zwischen 2012 und 2015 entstanden ist.
Die Animation besteht aus drei lose miteinander korrespondierenden Strängen, die – wie hier – parallel auf einem Screen, in Ausstellungen aber auch als Dreikanal-Videoinstallation mit mehreren Projektoren gezeigt werden können. Die drei verschiedenen Handlungsstränge zeigen eine dystopische Landschaft, eine Kamerafahrt durch das Innere eines seltsamen Raumschiffs sowie verschiedene Anordnungen und Abfolgen mythisch anmutender Symbole. Obwohl sie in keinem direkt nachvollziehbaren Zusammenhang stehen, scheinen sie doch aufeinander zu verweisen bzw. auf eine nicht direkt ausgesprochene Art miteinander verknüpft zu sein.
Die kühle Präzision der 3D-Animation, das an Science Fiction- und Phantasy-Filme erinnernde Setting und der reduzierte, elektronisch-technische Soundtrack des Videos erzeugen in Verbindung mit der Unbestimmtheit von Zeit, Ort und Handlung eine dichte, im Momenten fast beklemmende Atmosphäre – auch weil diese Realität trotz der im Film konstruierten ästhetischen Differenz gar nicht so weit von der unseren entfernt zu sein scheint.
Link zur Website von Matthias Danberg: matthias-danberg.com/