60/70 – Kunst in Kooperation

 Gemeinschaftsausstellung anlässlich des

60-jährigen Jubiläums Westfälischer Künstlerbund e.V. und

70-jährigen Jubiläums bochumerkünstlerbund e.V.

 

Eröffnung: Freitag 16.09.2016, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 17.09. (Museumsnacht) – 16.10.2016
Öffnungszeiten: Mi – Sa 13:00 – 18:00 Uhr, So 12:00 – 17:00 Uhr

 

Baukunstarchiv NRW (ehemaliges Museum Ostwall)
Ostwall 7, 44135 Dortmund

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Der neue Kunstkalender 2017 des bochumerkünstlerbundes ist erschienen!

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Die Mitglieder des bochumerkünstlerbundes wollen mit dem jährlichen Kalender 2017 zum 64(!) Mal ihren Beitrag zum Bochumer Kulturleben leisten.

Aus 35 eingereichten Entwürfen wurden 12 Werke ausgewählt, die die Bochumer Kunstfreunde Monat für Monat durch das Jahr begleiten sollen. Arbeiten von so renommierten Bochumer Künstlern wie Barbara Grosse, Klaus Nixdorf, Sabine Gille, Felix Freier, Gisbert Danberg, Sabine Hey, Angela Schilling, Peter Wiethoff , Engels&Kraemer, Werner Block , Helmut Meschonat und Gabriele Elger sind in nummerierter und limitierter Auflage im Kalender zu sehen. Bei den Bildern im Offset-Litho, Siebdruck, Stempeldruck, und Linolschnitt, bei den Fotografien, Computergrafiken und experimentellen Arbeiten handelt es sich ausschließlich um aktuelle, signierte Originale, die speziell für den Kalender angefertigt wurden. Die Motive decken die unterschiedlichsten Bereiche ab. Vom nahezu gegenständlichen fotografischen Abbild über die raffiniert abstrahierende Zeichnung zu fast surreal anmutenden Bildwelten bis hin zur informellen bloßen Struktur öffnet sich ein Spektrum zeitgenössischer Kunst.
Individuelle Informationen über die einzelnen Werke finden sich in einem ergänzenden Personenblatt.

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45 €
Preis
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Sabine Gille
Januar
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Barbara Grosse
Februar
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Sabine Hey

März

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Gisbert Danberg

April

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Felix Freier

Mai

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Helmut Meschonat

Juni

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Werner Block

Juli

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Klaus Nixdorf

August

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Peter Wiethoff

September

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Angela Schilling

Oktober

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Engels&Kraemer

November

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Gabriele Elger

Dezember

 

Die Gesamtauflage ist beschränkt auf nur 450 Exemplare! Ein Teil ist durch jährliche Abonnenten schon reserviert. Weitere Exemplare werden über das KunstMuseum Bochum, die Geschäftsstelle des bkb (skepper@bochum.de), die zentralen Bochumer Buchhandlungen (Buchhandlung Janssen, Mayersche Buchhandlung, Buchhandlung Mirhoff & Fischer /ehem. Napp) und die Bodegas Rioja vertrieben.

 

Geschäftsstelle des bkb:

Kulturbüro, Westring 32, 44777 Bochum,
St. Kepper, Tel. 0234 910 3953,
E-Mail: skepper@bochum.de, www.bochumer-kuenstlerbund.de.

 

Preis: 45 Euro (incl. Kartonverpackung)

 

 

Die Krux des Künstlerseins oder Unzulänglichkeiten des Kunstbetriebs

Linda Schroer

Die im Ruhrgebiet beheimateten Künstler Matthias Danberg und Sven Piayda diskutieren in ihrer auf digitaler Bildproduktion bzw. -bearbeitung basierenden Praxis die Grenzen künstlerischer Medien. In der gemeinsam konzipierten Ausstellung „Tragic Kingdom (Exquisite Boredom)“ im Kunstraum-unten in der Bochumer U-Bahnstation „Schauspielhaus“ erweitern sie in Bildern, Videos sowie einer Soundarbeit ihre bisherigen Fragestellungen durch die Auseinandersetzung mit der Krux des Künstlerseins sowie den Unzulänglichkeiten des Kunstbetriebs.

Frustration, Desillusionierung, Mangel an Bestätigung, Unsicherheit und Infragestellung der eigenen künstlerischen Arbeit bestimmen die Situation vieler junger KünstlerInnen. Matthias Danberg und Sven Piayda, die animierte Videos und digitale Fotografie für ihre künstlerische Praxis nutzen, geht es nicht anders. Während beide Medien vom Kunstbetrieb anerkannt und längst Eingang in die Institutionen erhalten haben, bleibt der Kunstmarkt zögerlich (Ausnahmen wie die weltberühmten Koryphäen der digitalen Fotografie und Sammlerinnen wie Julia Stoschek bestätigen die Regel). Ein Grund dafür ist die theoretisch endlose Reproduzierbarkeit, die sich gegen die Vorstellung des Unikats sowie des Originals richtet. Auch wenn die Etablierung auf dem Kunstmarkt keineswegs Intention der eigenen künstlerischen Arbeit ist, so zwingt der Wandel von der Einflussnahme der Museen und der Kunstgeschichte auf den Markt hin zu einer heutigen Herrschaft der Sammler, zu einer steten Reflexion der Verhältnisse.

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Dass diese Entwicklung nicht zum Ausstieg aus der Kunst führen muss, sondern als Motivation und Antrieb zu reflexiver künstlerischer Produktion genutzt werden kann, zeigt die Ausstellung im kunstraum unten. Meist geht dies mit der Befragung der selbst gewählten künstlerischen Ausdrucksmittel einher: Im Ausstellungsraum stellen drei filmplakatartige, an Stilmittel der Portraitfotografie angelehnte Prints, Figuren aus  Matthias Danbergs epochalen Videoarbeiten wie Filmstars dar. Der intermediale Ansatz erinnert an den seit der Antike geführten Wettstreit der Künste, dem sogenannten „Paragone“.  Hier diskutiert man seit der Antike theoretisch die Vorzüge der eigenen Gattung gegenüber der Konkurrenz. Dies mit der Intention, die bildende Kunst, vorrangig die Malerei, vom Status des Handwerks in den artes mechanicae zu befreien und zu den artes liberales, den freien, geistigen Künsten, zu erheben. Hier geht es um Fragen nach Tradition, Originalität, Legitimität und Anerkennung.

Sven Piayda reflektiert daneben in fünf digital manipulierten Fotografien den Betrieb Kunst. Hier erkennen wir Anspielungen auf den kunstmarkthintergehenden Thomas Schütte und auf wirtschaftliches (Des)Interesse, finden Anekdoten über Aufopferung und Instrumentalisierung sowie Geschichten über Wahrheit und Realität.

Diese Arbeiten im Ausstellungsraum werden durch zwei Vitrinen im Gang der U-Bahn-Station erweitert. Jeweils zwei Videoarbeiten laufen hier für die Besucher oder die flüchtig Vorbeieilenden und fügen dem Ausstellungskonzept eine ironische Brechung hinzu: Die ehemalige Nutzung der Vitrinen als Werbefläche spielt mit der Präsentation von Kunst als Ware. Worum Danberg und Piayda hier werben ist Aufmerksamkeit. Während ersterer mit zwei animierten, GIF-ähnlichen Videos die internetbedingte, äußerst kurze Aufmerksamkeitsspanne heutiger Betrachter bedient, fordert Piayda das Verweilen und Beobachten ein. Die langsame Bewegung der riesigen Parabolantenne über eine bewaldete Landschaft ragend, schürt die Erwartungshaltung des Betrachters, die am Ende durch Ereignislosigkeit unterlaufen wird.

Matthias Danberg und Sven Piayda verwandeln in der Ausstellung „Tragic Kingdom (Exquisite Boredom)“ ihre Unzufriedenheit mit dem kommerziellen Kunstbetrieb in produktives, künstlerisches Schaffen. Anstatt ihm zu entsagen, entstehen subversive, hochaktuelle Arbeiten mit dem Wissen über die Paradoxie, sich selbst innerhalb des kritisierten Systems zu bewegen. Denn sie sind sich darüber bewusst: Wirkung benötigt Öffentlichkeit.

 

Der 1981 in Bochum geborene Matthias Danberg studierte zunächst Kunst und Philosophie an der Universität Dortmund und ab 2004 an der Kunstakademie Münster bei Prof. Michael von Ofen. Von Ofens malerisches Werk changiert zwischen Figuration und Abstraktion auf Basis einer steten Reflexion des Mediums der Malerei. 2010 verließ Danberg als Meisterschüler die Akademie und erhielt 2013 den Düsseldorfer Förderpreis für Bildende Kunst / Neue Medien. Heute lebt und arbeitet er in Düsseldorf.

Sven Piayda wurde 1977 in Gelsenkirchen geboren und studierte von 1998 bis 2003 Gestaltungstechnik an der Universität Duisburg-Essen.  Seit 2006 geht er einer Lehrtätigkeit für Bildbearbeitung, vektorbasiertes Gestalten, computergenerierte Bilderstellung, digitale 3D-Gestaltung und Audiovision nach. 2016 erhält er den Förderpreis des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft.