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Angela Kiersch aufgehobenes

3. September 2016 , 19:00 - 21. Oktober 2016 , 18:00

Übergreifender Zusammenhang der bildhauerischen Arbeiten von Angela Kiersch ist „die sich auflösende Ordnung der Dinge, wenn sie in einen Zerfallsprozess eintreten und scheinbar bedeutungslos werden. Dieser Vorgang hat für mich eine Zartheit, die ich in eine Form bringen und bewahren möchte. In einer solchen Aufhebung untersuche ich die Eigenschaften der Elemente und experimentiere mit ihren ungenutzten Fähigkeiten, um eine eigene neue Spannung zu erzeugen. Mich fasziniert es eine Plastizität zu entwickeln, der ähnlich wie in manchen Traumbildern eine fremdartige Vertrautheit innewohnt.“

Aus „Zerfallsprodukten“, darunter Kiefernnadeln, Kiwifrüchte, Efeubeeren und Kastanienblütenstände, Äste, Weinranken und Blätter, die sie in semantischer Mehrdeutigkeit „aufhebt“, um sie in „Aufgehobenes“ zu transformieren, fertigt Angela Kiersch in Kombination mit Gaze, Watte, Garn, Wolle, Draht und Plastikelementen phantasievolle Skulpturen, die wie organische Neuschöpfungen oder komplexe genetische Modelle, Zellteilungen oder neuronale Netze anmuten.

Die Künstlerin bewegt die Verknüpfung vegetabiler und architektonischer Formen sowie der Zustand der Fragilität. Ihre biomorphe Formensprache ruft stets Erinnerungen an Dinge wach, die es schon gibt oder gab. Im Sinne des Philosophen Paul Ricœur und dessen Thesen zu Erinnern und Vergessen ist ihr Anliegen eine Art „bewahrenden Vergessens“ über das Bildnerische. Es geht es Angela Kiersch nicht um das Material allein, sondern darum, welch artifizielle Formen sie daraus zu entwickeln vermag, die häufig halbwesenhaft oder fossil erscheinen, „entsprechend der Idee“, so drückt sie es aus, „dass wir für unsere an sich schweren Erinnerungen eine Form brauchen, um sie weder verdrängen noch ewig präsent halten zu müssen. Eine Art Auslagerung“.

 

Einführung: Carsten Roth M.A., Kunsthistoriker,
Kurator des Kunstvereins

www.angelakiersch.de

facebook: Kunstverein Bochumer Kulturrat

Kunstverein Bochumer Kulturrat
Kulturmagazin
Lothringer Str. 36 c
44805 Bochum
Tel.: 0234 – 86 20 12
www.kulturrat-bochum.de

Details

Beginn:
3. September 2016 , 19:00
Ende:
21. Oktober 2016 , 18:00

Veranstaltungsort

Kunstverein Bochumer Kulturrat
Lothringer Str. 36 c
Bochum, NRW 44805 Deutschland
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Website:
www.kulturrat-bochum.de